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Für alles gibt es einen Anfang ...
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... und natürlich habe auch ich – wie jeder guter Österreicher – mit der berühmten Blockflöte
begonnen. Diese ersten Jahre der intensiven Beschäftigung mit Musik haben mich derart geprägt, dass
es sicherlich kein Zufall ist, dass ich heute mit einer Blockflötistin verheiratet bin. Auf dem Foto sehen
Sie mich links außen beim Privatunterricht im elterlichen Wohnzimmer (das Musikschulwerk in
Niederösterreich der frühen 60er war noch nicht so weit wie heute), neben mir ein Nachbar, der aber
nachweislich keine musikalische Karriere gemacht hat.
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Nach vier Jahren des Blockflötenspiels ...
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... durfte ich dann ENDLICH Klavier lernen. Das war genau das, was ich wollte, und schon bald begann
ich Konzerte zu spielen – natürlich im Rahmen der Musikschule, denn es war mir gelungen, dort einen
Lernplatz zu ergattern (zwar bei einem pensionierten Eisenbahner, aber was soll´s). Lassen Sie sich
bitte nicht täuschen, auf dem Foto bin ich natürlich nicht im Konzertsaal, sondern befinde mich noch
immer im elterlichen Wohnzimmer. Neu – neben dem Klavier – ist der Ghettoblaster, den Sie
im Hintergrund erkennen können.
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Schon bald wurde die Musik ernsthafter betrieben ...
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... und die Konzerttätigkeit häufte sich. Auf dem Bild sehen sie mich gemeinsam mit dem
Jugendfreund Christian Zeller, als wir, nachdem wir bei einem internationalen Kammermusik-
Wettbewerb den 2. Platz belegt hatten, im Rahmen der Musikschule das Stück (ein
Klarinettenkonzert
von Stamitz) noch einmal aufführten und anschließend vom Bürgermeister den Ehrenteller der
Stadt
verliehen bakamen. Wie Sie sehen können, wurden zu dieser Zeit die Haare bereits länger (die
Schuhe waren dreifarbig, aber das können Sie nicht sehen!), und gleichzeitig kamen andere
musikalische Interessen zur Klassik. Ich begann mich mit Keyboard zu beschäftigen und gründete
zusammen mit Johnny M. Bertl die Rockband "Top Secret". Aus dieser Zeit habe ich leider keine
Fotos, aber wir spielten wie die Verrückten, bis es, kurz nach meiner Matura zu einer
schicksalsschweren Begegnung kam. Wir waren bei einem Festival, bei dem ein Musiker eine
indische Tabla spielte. Völlig fasziniert – mit meinen 18 Jahren – wollte ich wissen, wo ich das
lernen könnte. Ich bekam auch die Antwort: "Da musst du schon nach Indien fahren!". Meine
Entscheidung war sofort getroffen. Noch am selben Tag erklärte ich meinen Eltern, wie ich nach
Indien trampen wollte (denn Geld hatte ich keines), also zuerst mit einem Gastarbeiterbus bis
Istanbul (damals für ca. 100,- österreichische Schilling) und dann über Afghanistan, Persien und
Pakistan nach Indien durchschlagen. Damals konnte ich nicht verstehen, warum meine Eltern
bei dieser Eröffnung nicht so begeistert waren, wie ich es war, als sie aber erkannten, dass ich mich
von meiner Idee nicht abbringen lassen würde, erklärten sie sich bereit, mir einen Flug zu
bezahlen. Und damit begann das Abenteuer, und für mich ein völlig neues Leben.
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Meine erste Indienreise ...
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... war sicherlich ein Umbruch in meinem Leben, heraus aus der bürgerlichen Atmosphäre, und hinein
in´s wahre Leben. Das schlug sich auch äußerlich nieder (im Bild links mit einem indischen Freund und
einem amerikanischen Kollegen). In New Delhi fand ich es nicht so besonders toll, deshalb reiste
ich weiter in die Musikstadt Benares. Hier fand ich einen Lehrer – einen alten Yogi – dessen Unterricht
ungefähr folgendermaßen aussah: "Tis is ä yeah, ....ä yeah, ... ä, ...ä, ...ä, ... tis is ä, ... ä Tabla. You
ä yeah, ...ä, ... sit comfortable. You ä yeah, ... ä ... sit like me!" Dabei schlang er sich die Beine um
den Hals. Nun, diese Gelegenheit, da er bewegungsunfähig war, nutzte ich zur Flucht und reiste weiter
nach Bombay, wo ich endlich meinen Lehrer fand. Die darauffolgenden Monate und auch die
folgenden Jahre reiste ich immer wieder zu Nikhil Ghosh, dem ich wirklich sehr viel verdanke.
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Parallel zu meinen Indienreisen ...
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... begann ich an der UNI Wien Musikwissenschaft, Indologie, Völkerkunde und Romanistik zu
studieren, einfach alles, was mich interessierte (bei der Romanistik waren es hauptsächlich die
hübschen Mädels, die meinen Ehrgeiz weckten). Eines Tages fragte mich mein Professor auf der
Musikwissenschaft, der wusste, dass ich mich mit Trommeln beschäftige, was ich denn von arabischen
Vasentrommeln hielte. Ich hielt nicht viel davon, weil ich sie nicht kannte. Er zeigte mir einen Film mit
Darabukkas, und plötzlich hielt ich sehr viel davon; so viel, dass ich die Flugrichtung änderte und nun
in Ägypten mein Glück suchte. Wie Sie auf dem Foto sehen können, sind solchen Studienreisen
nicht immer nur mit Stress verbunden, es gibt durchaus auch sehr entspannte Momente.
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Während dieser eifrigen Studienjahre ...
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... begann ich, als Perkussionist und Komponist von Theatermusik zu arbeiten. Ich gründete in
München – mit Alex Mühlbauer, einem Freund und dem Besitzer des Pro Percussion Center – die
Zeitschrift "Drums & Percussion", und kam so, durch meine Interviews auch mit lateinamerikanischer
Musik in Kontakt. Ich glaube, ich muss nicht erwähnen, dass das in der Folge wiederum zu einer
Änderung meines Reiseziels führte, und letztendlich landete ich in Cuba. Auf dem Foto sehen Sie mich
mit zwei jungen kubanischen Kollegen in Havanna.
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